Impulse zu Innovation, Digitalisierung, High Tech und AI: Der Quantum Beyond Blog analysiert aktuelle Entwicklungen, gibt Impulse für die Zukunft und nutzt historische Perspektiven, um neue Wege für moderne Organisationen aufzuzeigen.

Seit dem 7. Juli 2026 nimmt das Zentrale Innovationsprogramm Mittelstand (ZIM) bis auf Weiteres keine neuen Förderanträge mehr an – für viele mittelständische Unternehmen ein empfindlicher Einschnitt, denn ZIM gehörte bislang zu den meistgenutzten Instrumenten für Forschungs- und Entwicklungsprojekte.
Der Artikel zeigt, welche Alternativen es gibt – von der Forschungszulage über EFRE-Programme der Bundesländer bis hin zu europäischen Programmen wie Horizon Europe oder dem EIC Accelerator – und warum die ZIM-Pause ein Anlass sein kann, die eigene Förderstrategie grundsätzlich breiter aufzustellen.

Ausländische Gründerinnen und Gründer spielen in der deutschen Innovationslandschaft eine Rolle, die in der öffentlichen Debatte kaum vorkommt. Viele von ihnen kommen gezielt nach Deutschland, um von hier aus Tech-Unternehmen aufzubauen – angezogen von Rechtssicherheit, stabilen Institutionen und dem Zugang zum europäischen Markt.
Der Artikel beleuchtet, welchen wirtschaftlichen Beitrag diese sogenannten „Imi-Preneure" bereits heute leisten, wo sie auf strukturelle Hürden stoßen und warum gerade der Mittelstand von einer engeren Zusammenarbeit mit ihnen profitieren könnte.

Ein Weckruf an unsere Förderkultur

Wir wollen den Sprung in das Zeitalter der Künstlichen Intelligenz schaffen, aber wir verwalten Deep Tech wie den Bau einer Landstraße. Wer in Deutschland staatliche Fördermittel für radikale Innovationen beantragt, ertrinkt in Gantt-Diagrammen und Verwertungsplänen. Der Staat versucht krampfhaft, das Risiko aus der Disruption herauszurechnen – und tötet damit genau jene Innovation, die er eigentlich finanzieren will.
Von Sebastian Büttner

Wenn digitale Großprojekte in Deutschland ins Stocken geraten, ist der Schuldige schnell ausgemacht: der Föderalismus. Doch ein globaler Blick entlarvt diese Diagnose als zu bequemes Alibi. Im Zeitalter von Cloud-Computing und Künstlicher Intelligenz scheitert die deutsche Verwaltung nicht an ihrer Verfassung – sie leidet unter einer kulturellen Weigerung, die Architektur von Macht neu zu denken.
Von Sebastian Büttner

Ein Skandal erschüttert die Buchwelt: Der Großverlag Hachette stoppt die Veröffentlichung des gefeierten Horror-Romans „Shy Girl“ wegen des Verdachts, die Autorin habe Künstliche Intelligenz genutzt. Auf Reddit bejubeln die Nutzer den Sieg gegen die „seelenlose Maschine“. Doch diese Empörung offenbart ein tiefes Missverständnis darüber, was Kunst eigentlich ist. Ein Blick in die Geschichte zeigt: Werkzeuge automatisieren das Handwerk, aber sie ersetzen niemals die menschliche Haltung.

Innovation wird in Europa häufig entweder als politisches Steuerungsprojekt verstanden – oder als reines Marktphänomen. Diese Gegenüberstellung ist zu einfach und angesichts globaler Herausforderungen wie dem KI-Wettlauf gefährlich. Denn ein wir wirksamer Staat kann deutlich mehr leisten: Er kann Innovation nicht erzeugen, aber gezielt ermöglichen, katalysieren und durch strategische Nachfrage in den Markt tragen.

Kaum eine technologische Entwicklung der vergangenen Jahrzehnte hat eine derart unmittelbare Debatte über die Zukunft der Arbeit ausgelöst wie die Künstliche Intelligenz. Während Unternehmen investieren, experimentieren und skalieren, schwankt die öffentliche Diskussion zwischen zwei Extremen: Auf der einen Seite die Erwartung massenhafter Jobverluste, auf der anderen die Hoffnung auf eine neue Ära gesteigerter Produktivität. Beide Perspektiven greifen zu kurz …

Wenn wir heute über Elektromobilität sprechen, klingt es oft wie der Beginn von etwas völlig Neuem. Doch das ist eine verkürzte Erzählung. Elektromobilität ist keine Innovation des 21. Jahrhunderts. Sie ist eine Idee, die schon einmal kurz davorstand, sich durchzusetzen – und dann vom System verdrängt wurde. Was wir heute erleben, ist keine Revolution. Es ist ein zweiter Anlauf.
Geopolitische Spannungen, volatile Energiepreise und neue Abhängigkeiten zwingen uns, alte Entscheidungen neu zu bewerten. Die Frage ist längst nicht mehr, ob Elektromobilität kommt. Sondern ob wir diesmal das System richtig bauen.

Als wir vor genau einem Jahr auf diesem Blog die Zukunft der elektronischen Patientenakte (ePA) skizzierten, wagten wir eine Prognose, die uns in der Fachwelt – namentlich in der IT-Entwicklerszene hinter dem Großprojekt – heftigen Gegenwind einbrachte. Wir sprachen von einer „Digitalisierung ohne Digitalisierung“. Die Reaktionen auf LinkedIn waren teilweise grenzwertig; man sprach uns die Kompetenz ab, die „unfassbare Komplexität“ eines Systems zu begreifen, dessen technische Spezifikationen wir angeblich unterschätzten. Heute, im März 2026, blicken wir zurück. Nicht mit Triumphgefühl, sondern mit der Nüchternheit einer notwendigen Bestandsaufnahme. Der bundesweite Rollout, der nach der Pilotphase am 29. April 2025 begann und seit Oktober 2025 für Leistungserbringer verpflichtend ist, bietet nun genügend Datenmaterial für ein ehrliches Resümee.